Medieninfo Nr. 37/17 vom 18.05.2017

IHK: Geschäftsklima der bergischen Wirtschaft auf Rekordniveau

„Die bergische Wirtschaft scheint auf einem konjunkturellen Höhepunkt angekommen zu sein. Aktuell bewerten 96 Prozent aller Unternehmen ihre Lage als gut oder befriedigend. Mit plus 48 Punkten ist der Geschäftslageindex auf einem sehr hohen Niveau.“ Diese positiven Zahlen erläuterten heute (18.5.) Thomas Meyer, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid, und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge bei einer Pressekonferenz. Laut der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage, an der sich 514 Unternehmen mit rund 23.300 Beschäftigten beteiligt hatten, liegt im Vergleich der bergischen Großstädte diesmal Remscheid vorn. Dahinter folgen Wuppertal, das sein gutes Niveau halten konnte sowie Solingen, wo die Lage sich im Vergleich zum Jahresbeginn etwas verschlechtert hat.
Mit Blick auf die positive Situation bleiben die Unternehmen optimistisch. „Sie rechnen mehrheitlich mit weiter wachsenden Umsätzen und Gewinnen. Deshalb planen sie, mehr Fachkräfte, Geringqualifizierte und Auszubildende zu beschäftigen“, freuen sich Meyer und Wenge. Zudem würden viele Risikofaktoren weniger gravierend eingeschätzt als vor einigen Monaten. Trotzdem sehen die Betriebe Gefahren beim Inlandsabsatz, den Arbeitskosten und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Auch die Wechselkurse und der Fachkräftemangel rücken in den Fokus.
Im Ranking der Wirtschaftszweige liegt jetzt die Industrie vorn. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage, nur vier Prozent sind unzufrieden. Während die Solinger Industrie bei rückläufigen Umsätzen schwächelt, weist die offizielle Industriestatistik für Remscheid ein beachtliches Umsatzwachstum von 20 Prozent im März gegenüber dem Vorjahr aus. Die Auslastung der Produktionsfaktoren hat sich deutlich erhöht. „Die Ertragslage hat sich merklich verbessert, und auch die Umsatz- und Ertragserwartungen sind überwiegend optimistisch. Deshalb wollen viele Unternehmen, darunter zahlreiche Werkzeughersteller, ihre Kapazitäten ausweiten“, so Meyer und Wenge.
Der Großhandel beurteile seine Geschäftslage noch besser als zu Jahresbeginn. Diese Einschätzung werde durch steigende Umsätze und Betriebsergebnisse gestützt. Auch die Erwartungen seien sehr optimistisch.  Die unternehmensnahen Dienstleister berichteten ebenfalls von einer sehr guten Lage. Jedes dritte Unternehmen steigerte seine Umsätze und die Erträge seien weiter auf einem guten Niveau. Dagegen berichte der Einzelhandel von rückläufigen Umsätzen und einer schlechteren Ertragslage. Allerdings wird die künftige Entwicklung günstiger eingeschätzt. Im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie in der Verkehrsbranche dagegen ist die Stimmung schon jetzt überwiegend gut, erläutern die IHK-Vertreter. Beide Branchen sehen Risiken im sich abzeichnenden Fachkräftemangel, blicken aber dennoch insgesamt eher optimistisch nach vorne.  Die bergischen Kreditinstitute schließlich beurteilen ihre Lage verhalten positiv: 91 Prozent der Unternehmen halten sie für befriedigend.